Billigflieger greift Großflughäfen an

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Nicht immer wo Frankfurt drauf steht ist auch Frankfurt drin. Diese Erfahrung mussten fast alle machen, die in den Anfangsjahren einen billigen Flug mit Ryanair nach Frankfurt-Hahn gebucht hatten. Dass Flughäfen nicht unbedingt im Stadtzentrum liegen ist spätestens seit der Eröffnung des Münchner Franz Josef Strauß Flughafens etwa 30 Kilometer nordöstlich von München bekannt. Im Fall Frankfurt Hahn sind es jedoch zirka 125 Kilometer auf der Straße, und das hat dann wirklich nichts mehr mit Frankfurt zu tun. Ryanair fliegt auch zum Flughafen München-West. Das hört sich natürlich gut an, ist jedoch auch nur eine Mauschelei wie beim Frankfurter „Kollegen“. Tatsächlich ist München West der Flughafen von Memmingen und dieser liegt ebenso 110 Kilometer westlich der bayrischen Landeshauptstadt in Oberschwaben.
Ryanair B737-800 EI-DWM

Ryanair macht sich ans Erdinger Moos ran

Der irische Billigflieger will in Deutschland zur Großoffensive ansetzen. Die Airline ist zwar mit ihrer eisernen Spartaktik schon nach Passagierzahlen zur fünftgrößten der Welt aufgestiegen, der Marktanteil in Deutschland hinkt aber mit nur 5% etwas hinterher. Neues Ziel ist es diesen von den besagten fünf, auf 20% auszubauen. Einer der Grundpfeiler in den Zukunftsplänen von Ryanair ist es jetzt auch die deutschen Großflughäfen in Angriff zu nehmen. Zwar fliegen die Iren schon nach Köln und Berlin Schönefeld, aber eben die richtigen Deutschen Drehkreuze sind nicht dabei. Die Zukunft der Flughäfen in Berlin ist ohnehin aufgrund des BER-Pannenflughafens total ungewiss.

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Den Anfang macht in der Großoffensive die bayerische Landeshauptstadt. Schon ab Winter 2016 sollen regelmäßig Ryanair Maschinen auf dem Münchner Franz Josef Strauß Flughafen im Erdinger Moos landen. Zwar laufen momentan nur die ersten Vorgespräche aber zuerst muss zwischen Bayern und Irland etwas Vergangenheitsbewältigung betrieben werden. So schimpfte Ryanair-Chef Michael O’Leary in der Vergangenheit stets über die hohen Gebühren in München. Er scherzte sogar einmal den ganzen Flughafen in die Luft zu sprengen und eine Nummer kleiner wieder aufzubauen. Münchens Airport-Chef Kerkloh konterte, dass die „Kleinen“ ohnehin kommen würden, egal ob Ryanair dabei ist oder nicht.

Der Ton ist mittlerweile um einiges freundlicher geworden und man spricht davon, dass im Terminal 1 tatsächlich genügend Räumlichkeiten für weitere Airlines vorhanden sind. Fünf Low-Cost Carrier haben sich in München schon angesiedelt. Diese Machen zwar nur etwa 4% des gesamten Passagieraufkommens aus, das kann sich mit einem Einstieg von Ryanair jedoch schlagartig ändern.

Billigfliegen für Geschäftsleute

Wie gut Billigfliegen auch bei Geschäftsleuten ankomme sieht man ebenso in München. Allein in den ersten neun Monaten diesen Jahres verzeichnen diese ein Plus von 35%. Wenn der „König der Billigflieger“ in München landet können Marktführer wie Lufthansa mit starken Rückgängen bei Flugbuchungen rechnen. Das dies keine Spekulation ist hat sich schon in anderen Ländern herausgestellt. Für einen 60 Minuten Flug braucht ein durchschnittlicher Geschäftsreisende keinen speziellen Luxus. Zudem sitzt auch in vielen Wirtschafts- und Industriezweigen das Geld nicht mehr so locker. So kann man Flüge mit Ryanair bei Bravofly, einem internationalen Onlineanbieter schneller und günstiger buchen als dies bei den großen Fluggesellschaften der Fall ist.

Kerkloh geht davon aus, dass auch andere Billigflieger nach München kommen werden. Beim irischen Low-Cost Carrier kann man aber fast sicher sein das diese bald im Erdinger Moos landen werden.

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