Mein Mann und ich sind begeisterte Skiläufer. Ob Abfahrt oder Langlauf ist uns dabei gar nicht so wichtig; Hauptsache, wir stehen überhaupt auf Skiern. Wir gucken uns auch leidenschaftlich gern Ski-Wettbewerbe im Fernsehen an. Dabei ist uns irgendwann die Idee gekommen, dass wir nach und nach die Stätten der Olympischen Winterspiele bereisen.
Den Anfang haben wir mit Innsbruck gemacht – dort hat es ja gleich zwei Winterolympiaden gegeben und außerdem wohnen wir nicht weit weg davon. Letzten Winter hatten wir uns dann als Olympia-Reiseziel Nummer zwei Cortina d’Ampezzo in den Dolomiten ausgesucht. Das haben wir nicht bereut. Cortina hat, wie so vieles in Italien, einen ganz besonderen Flair. Ich kann mich nie entscheiden, was ich schöner finde; das alpenländisch-rustikale Ambiente, das sich hier vor allem in der Bauweise der Häuser widerspiegelt oder die italienische Eleganz, die an allen Ecken und Enden durchblitzt. Es ist wohl die Mischung, die den Charme Cortinas ausmacht…
Wenn man dann allerdings auf einer der vielen Pisten unterwegs ist, dann verblasst das alles angesichts des wirklich majestätischen Gebirgspanoramas. Tatsächlich sind die Dolomiten für mich das eindrucksvollste Gebirge, das wir in Europa haben – Bayern, Österreicher und Schweizer mögen mich jetzt schlagen, aber das ist meine persönliche Sichtweise. Von Cortina aus haben wir zum Beispiel einmal eine geführte Tour zu einem Gletscher mitgemacht. Das war das eindrucksvollste Erlebnis, das ich je in einem Winterurlaub hatte. In Cortina d’Ampezzo habe ich auch oft an meine Mutter gedacht. Sie war ein Fan von Marika Kilius, unserer erfolgreichen deutschen Eiskunstläuferin. Die hat hier in Cortina 1956 den vierten Rang im Paarlauf belegt. Das war ganz am Anfang ihrer Karriere, damals hieß ihr Partner noch Franz Ningel und nicht Hansjürgen Bäumler.