Lufthansa hebt die Preise an

Die Lufthansa führt ab Februar nächsten Jahres eine neue Buchungsgebühr für Tickets ein. Reisebüros fürchten die Mehrkosten und planen diese an die Kunden weiterzugeben. Bisher drang von diesem Streit zwischen Lufthansa und den Reiseveranstaltern nicht viel in den Vordergrund.

Bis jetzt verlangte das Flugunternehmen seit Juli von allen Reisebüros in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Aufpreis von 4,90 Euro plus Mehrwertsteuer auf jedes verkaufte Ticket. Somit sollen die Vertriebskosten, die jährlich mit 200 Millionen Euro anfallen, halbiert werden. Viele Reiseunternehmen haben die Ticket Gebühr bisher selber getragen, um den platz am Markt nicht zu verlieren. Trotzdem steht es zur Debatte in Zukunft die Mehrkosten auf die Kunden umzulenken.

Die positive Nachricht dabei ist jedoch, dass Privatkunden, die über das Call-Center der Lufthansa oder über das Internet buchen, keine zusätzlichen Kosten erwarten brauchen. Betroffen sind vielmehr Unternehmen, die oftmals über eigene Reisebüros Flüge buchen. Die Mehrkosten sollen zukünftig auf die Geschäftskunden abgewälzt werden. Doch da geht der Geschäftsreiseverband stark dagegen und appelliert an die Lufthansa und die Reiseunternehmen, sie sollen dieses Modell noch einmal überdenken. Ein Gespräch zu Jahresbeginn soll die Situation noch einmal verändern, da auch die Lufthansa an einer Einigung zu Gunsten der Kunden interessiert sei. Andere Reservierungssysteme verlangen jedoch keine Gebühr und der Kunde hat die Möglichkeit auch darüber zu buchen. Ob die Abwälzung der Mehrkosten überhaupt zulässig ist wird auch noch vom Deutschen Reiseverband geklärt. Wie hoch im Endeffekt der Aufpreis wird, liegt generell an den Reisebüros selber, denn die entscheiden, wieviel sie aus der eignen Tasche bezahlen wollen.