Kleinstes Hotel der Welt wieder offen

Das sogenannte „Eh’häusl“ ist gerade mal zweieinhalb Meter breit und dennoch ist es weltberühmt. Das schätzungsweise im 18. Jahrhundert erbaute Häuschen fungiert heute als Hotel – das kleinste Hotel der Welt. Das Haus wurde damals auf einer etwa 20 Quadratmeter großen Grundfläche erbaut und ohne Seitenwände zwischen zwei Nachbarhäusern quasi „eingehängt“.

Ein Amberger Bürger soll laut einer Sage dieses Haus erbaut haben, da der damalige Landesherr nur die Genehmigung zur Hochzeit erteilte, wenn die Heiratswilligen einen schuldenfreien Haus- und Grundbesitz nachweisen konnten. Nur selten hatten die einfachen Bürger die Mittel um sich ein Haus leisten zu können und so wollte der Bürger auch den unvermögenden Paaren die Heirat ermöglichen. Möglich wurde dies, indem er ihnen das Haus für die Hochzeitsnacht verkaufte. Bis 1868 soll das Häuschen ausschließlich frisch verheirateten Ehepaaren als Unterkunft gedient haben. Daher trägt das Haus auch den Namen „Eh’häusl“, also quasi „Ehehaus“.

1970 wurde die Amberger Altstadt saniert. In diesem Zuge wurde eines der beiden Nachbargebäude abgerissen und das Eh’häusl stürzte, da es mit beiden Häusern verbunden war, in sich zusammen. Die Amberger wussten jedoch um das Potenzial des damals über 240 Jahre alten Hauses und so wurde es wieder originalgetreu aufgebaut und fungiert seither als Hotel. Mit den Jahren hatte es jedoch stark unter den Wettereinflüssen stark gelitten und wurde 2008 daher für rund 200.000 Euro generalsaniert.

Nun ist das 56 Quadratmeter große Hotel wieder eröffnet und ist mit seiner roten Fassade bereits von Weitem erkennbar. Noch immer nutzen frisch vermählte Paare das Haus um ihre junge Ehe zu zelebrieren. Eine Nacht in dem gemütlichen Hotel kostet 195 Euro für zwei Personen. Dieser Preis beinhaltet ein Frühstück und einen Tiefgaragen-Stellplatz in der näheren Umgebung. Die Gäste werden vor Ort von einer Hausdame betreut, die in der Nachbarschaft wohnt.