Der Hamburger Hafen ist nicht nur der größte Hafen in der Bundesrepublik Deutschland und der drittgrößte Europas, sondern einer der neun größten Containerhäfen in der ganzen Welt. Es ist also kaum verwunderlich, dass rund 154.000 (Stand von 2005) Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom reibungslosen Ablauf des „Großunternehmens“ abhängig sind. Im letzten Jahr wurde ein Gesamtumschlag von 71 Millionen und ein Containerumschlag von 5 Millionen registriert. Der Hamburger Hafen ist somit immer noch auf dem Wachstumskurs und das hat er zum einen der ausgeklügelten Logistik und zum Anderen den über die über Jahre hinweg beibehaltenen Traditionen zu verdanken.

Fahren Schiffe beispielsweise in den Hafen ein, so ertönt aus den Lautsprechern nicht nur eine Begrüßung in der jeweiligen Sprache, sondern auch die dazugehörige Nationalhymne. Zudem wird die Hamburger Flagge gesenkt, was ein international bekanntes Zeichen für eine „Gute Reise“ ist. Bereits seit mehr als 50 Jahren wird so verfahren. Beim Auslaufen werden die weitgereisten Schiffe mit einem „Gute Heimfahrt und auf Wiedersehen“ verabschiedet. Etwa 50 Schiffe werden am Tag mit diesem Prozedere begrüßt und verabschiedet.

Wer jedoch meint, dass die Begrüßungen und Verabschiedungen von Computern getätigt werden, der irrt. Noch immer sind die sogenannten Begrüßungskapitäne für diesen Job, den sie teilweise noch über das Rentneralter hinweg ausüben dürfen, zuständig. Herr Jensen ist einer der Begrüßungskapitäne und bereits 78 Jahre alt. Er hält nicht viel von der neumodischen Technik und wählt die passende der 150 Kassetten mit Nationalhymnen lieber selber aus und spielt sie dann ab.
Es geht zwar immer sehr hektisch am Hamburger Hafen zu, doch Herzlichkeit und Zuvorkommendheit wird dennoch groß unter den Mitarbeitern geschrieben. Nur so kann ein solches Logistikunternehmen funktionieren.
Hamburg ist einfach eine tolle Stadt – nicht nur wegen dem Hafen. Ich bin früher einmal auf Klassenreise in Hamburg gewesen – und bin immer wieder danach zurück gekommen.